Notizen von Bernhard Jodeleit

BILD desinformiert zu Handystrahlung

Schade, da verzichtet man der Arbeit zuliebe auf den sonntäglichen "Tatort", und schon verpasst man etwas. Unter dem Titel "strahlende Zukunft" wurde die Geschichte Bild270807 in BILD desinformiert zu Handystrahlungeiner Frau erzählt, die von der Mobilfunkindustrie ins Verderben getrieben wird, weil sie an die Schädlichkeit von Handystrahlung glaubt. Diskutabel genug. Doch heute treibt BILD das Ganze auf die Spitze. Gezielte Desinformation ist das wohl nicht, denn man befragte immerhin einen Experten. Der Wille war also da, es fehlte lediglich die Kompetenz. Lesen Sie selbst:

O-Ton BILD Online heute früh:

"• Und wie ist es mit den Sendemasten?

Sie strahlen deutlich weniger als Handys. Die meisten Menschen wissen nicht, dass die abgestrahlten Energien von Mobiltelefonen im Vergleich zu den Sendemasten um den Faktor 1000 bis 10 000 höher liegen“, sagt Professor Dr. Jiri Silny vom Universitätsklinikum der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. „Das Telefonieren mit dem Handy birgt somit ein größeres potenzielles Gesundheitsrisiko als ein Sendemast in der Nachbarschaft." Allerdings strahlt ein Sendemast 24 Stunden am Tag."

Dass die abgestrahlte Leistung von Mobilfunkmasten weitaus geringer ist als die von Handys ist absoluter Nonsens. Dass Bild diese Aussage Herrn Professor Dr. Silny in den Mund legt, ist journalistisch grober Unfug. Beim Zitieren sorgfältiger mitschreiben und erst dann ein Millionenpublikum aufklären – dies wäre sehr empfehlenswert.

Richtig wäre die Aussage gewesen, dass durch Telefonieren mit dem Handy am Kopf weitaus mehr Strahlung beim Menschen ankommt als bei einem Mobilfunkmasten in der Nachbarschaft. Das ändert aber nichts daran, dass die Leistung eines Handys weitaus geringer ist als die einer Basisstation.

Alles Wichtige zum Thema Handy-Strahlung haben wir bei connect in einem Special zusammengefasst.