Computer sind Zeitfresser. Das Social Web mit Twitter, Facebook, Xing und weiteren sozialen Netzwerken erst recht. In jüngster Zeit stelle ich fest, dass sich mein persönliches Nutzungsverhalten verändert. Ich beobachte eine Entwicklung weg von der aktiven Nutzung aus Freude am Experimentieren und am Dialog hin zu einer am persönlichen Nutzen orientierten Herangehensweise.
Ich reduziere mein Zeitbudget bei
_ Twitter. Nervt total. Das Sortieren von Followings und Followern kostet unglaublich viel Zeit. Meine Timeline ist längst nicht mehr Informationsquelle Nr. 1, zuviel zweitverwerteter oder nutzloser Content verstopft sie. Ich versuche, meine eigene Twitter-Präsenz für andere nützlich zu halten, indem ich Links zu meines Erachtens wirklich interessanten Artikeln poste.
_ Facebook. Zeitfresser Nummer eins. Nachdem das Netzwerk dort nicht mehr in so großer Geschwindigkeit wächst wie zu Beginn, werden redundante Muster in den “Hauptmeldungen” und “neuesten Meldungen” deutlich. Das Personal Branding oder lässige Einwerfen von Belanglosigkeiten langweilt.
_ Xing. Ist ein reines Adressbuch geworden. Dafür gut, für mehr aber nicht.
_ LinkedIn. Xing in negativ gesteigerter Form.
_ Foursquare, Gowalla, Brightkite. Nachdem ich eine geschäftliche Mayorshop Battle am fischerAppelt-Standort Stuttgart wohl verloren habe, ist der Reiz endgültig übersichtlich geworden. Was bringt mir die Eincheckerei?
_ Friendfeed. Account gelöscht.
Dagegen erhöht sich mein Zeitbudget bei
_ Google Reader. Schnell und mit größtem Informationswert versorgt mich der Feedreader mit allem, was wichtig ist.
_ Google Latitude. Braucht keine Zeit. Ich finde es faszinierend, meinen Standort permanent zu protokollieren. Im Moment reiner Spieltrieb, aber ich bin mir sicher: Es wird etwas Großes daraus.
_ Google-Dienste im Allgemeinen: Das Innovationsfeuerwerk der führenden Suchmaschine ist eine reine Freude: Die neue Suche Google Instant, die Ergebnisse schon während des Tippens von Suchbegriffen anzeigt, finde ich ebenso cool wie Google Scribe, das beim Schreiben von Texten bereits vorwegnimmt, worauf man hinauswill.
_ Grooveshark: Jeder denkbare Song, den ich spontan hören möchte, ist auf allen Rechnern, die ich benutze, und auf dem iPhone überall verfügbar, wo es Internet gibt. Goodbye, Napster, rest in peace, iTunes.
_ iPhone Apps
Letztere sind ein Thema für sich, auf das an dieser Stelle demnächst in einem weiteren Posting eingehen möchte. Denn an den mobilen Anwendungen zeigt sich ganz besonders deutlich, wie sich die Spreu vom Weizen unterscheidet. Ich bin überzeugt davon: Im Mobile Web werden nicht die Marken gewinnen, die am lautesten klappern, sondern diejenigen, die Menschen den größten Nutzen bringen.
Casual Web 2.0, sinnvolle Anwendungen, Semantik im Sinne des Nutzers – so sieht meines Erachtens das soziale Web der Zukunft aus. Weniger private Selbstdarstellung. Mehr Nutzwert und Komfort-, Zeit- und Erkenntnisgewinn. So vielleicht.
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