Notizen von Bernhard Jodeleit

Checkliste Social-Media-Kompetenzfelder

Dieser Auszug aus dem Buch Social Media Relations (hier vorbestellbar!), das – mit etwas Glück – im Juni 2010 erscheint, kommt ohne große Vorrede aus. Eine Checkliste, die Sie beachten sollten, wenn Sie Nachwuchs in der Unternehmenskommunikation einstellen. Was sollten Pressesprecher und PR-Berater künftig auf der Pfanne haben, was das Social Web betrifft?

Checkliste: Social-Media-Kompetenzfelder in der Unternehmenskommunikation

  • Kenntnis der wichtigsten Social Networks und Social-Media-Plattformen im Web und der dort geltenden Spielregeln
  • Überblick über die themenrelevanten Communities, die sich im Web mit den für die eigene Organisation relevanten Themen befassen, dazu gehören auch Foren oder Diskussionsgruppen
  • Praxis in der Kommunikation mit Bloggern, Twitter-Nutzern, Foren-Mitgliedern
  • belastbares persönliches Netzwerk zu den relevanten Multiplikatoren in diesen Communities
  • Kenntnis der ungeschriebenen Gesetze, Tabus und Wirkungsmechanismen im Social Web
  • ein solides, Vertrauen erweckendes Google-Profil (Personenmarke)
  • Überblick über die Content-Management-Systeme und Tools für Blogs, Twitter und Social-Media-Plattformen
  • Praxis im Content Management
  • Kenntnisse in der Bildbearbeitung
  • Bewegtbild-Affinität
  • Grundkenntnisse in digitaler Fotografie
  • hervorragende PC-Kenntnisse
  • Networking-Kompetenz
  • Erfahrungen im Event-Management
  • Konzeptionspraxis
  • Textsicherheit
  • Grundkenntnisse im Bereich Krisen-PR
  • Grundkenntnisse in Urheber- und Persönlichkeitsrecht
  • Grundkenntnisse in Marketing

Phantasie in Checkliste Social-Media-Kompetenzfelder

Hinzu kommen die Anforderungen, die sich aus der klassischen Public-Relations-Tätigkeit ergeben.

Was fehlt? Was ist übertrieben? Was ist zu kleinkariert? Ich freue mich auf Kommentare!

  • @neinahh

    ist prima, vielen dank für die mühe! auch gut für die eigene einschätzung, wenn man noch frisch ist in diesem social media gedöns :-)

    im ernst: die letzten punkte ab “hervorragende PC-Kenntnisse” (ff.) würde ich allesamt der klassischen pr zuordnen – und dann noch strategisches denken, grundkenntnisse bwl und hervorragende rechtschreibung ergänzen wollen.

    insbesondere betriebswirtschaftliche kenntnisse werden meiner meinung nach unterschätzt: denn sie helfen, die interessen, bedürfnisse, prozesse und grenzen des unternehmens zu verstehen und vermeiden missverständnisse in den erwartungshaltungen, was sich wiederum positiv auf das agentur-kunde-verhältnis auswirkt :-)

    (großbuchstaben sind hingegen völlig letzter monat.)

  • http://vonhalem.blogspot.com/ Alex von Halem

    Ich denke auch, dass “hervorragende PC Kenntnisse” einfach absolutes Hauptschulabschluss Mindestmaß sein sollten.

    Der Beitrag hat mich aber über Bildung im Allgemeinen nachdenken lassen: rudimentäre Bildbearbeitung und Videoschnitt sollten auf jeden Fall Teil des Schulprogramms (nicht nur der praxisnahen Zweige, sondern auch im Gymnasium) werden.

    Auch das Netzwerken (egal in welcher Form) sollte zumindest im Sozialkundeunterricht behandelt werden. Wie finden diese Themen derzeit Eingang in Lehrpläne?

    Alexander

  • http://twitter.com/tilosiewert Tilo Siewert

    Noch eins: Eine eigene Meinung (bei den ganzen “Social Media Weisheiten”, die jeden Tag verbreitet werden).

  • http://kommunikation-zweinull.de Tim Krischak

    Aus meiner Sicht gehören noch dazu: Grundkenntnisse über die Funktionsweise der Suchmaschine(n) und Kenntnis der Mechanismen, die zu einem guten Ranking in einer solchen führen.

    Kenntnisse im Bereich Web Analytics und Web Monitoring/SocialMedia Monitoring. Verschiedene Daten sollten ausgewertet und sinnvoll interpretiert! werden können.

  • http://www.google.com/profiles/jodeleit Bernhard Jodeleit

    Danke für die Ergänzung, Tim! Übernehme ich 1:1 ins Manuskript… das heute endlich komplett und lektoriert fertig wird und kommende Woche in den Satz geht.

  • http://www.google.com/profiles/jodeleit Bernhard Jodeleit

    Oh ja. Das Kantige darf nicht fehlen.

  • http://www.google.com/profiles/jodeleit Bernhard Jodeleit

    Groß- und Kleinbuchstaben sind letztlich ja auch nur Instrumente und zielgruppenabhängig einsetzbar :)

  • http://twitter.com/netzwege Stefan Balazs

    Das klingt irgendwie als “PR plus x”… Die Frage ist, ob hier Social Media-Kompentenz als “x+PR” definiert wird, aber letztendlich doch nur “PR+Social Medie Kompetenz” ist…

  • Karl

    Gute Aufstellung.
    Grundlegende rechtliche Kenntnisse wären darüber hinaus sicher auch kein Fehler.
    Für ausgesprochen wichtig halte ich außerdem noch Erfahrung im Community Management (,auch wenn den Begriff bald keiner mehr hören kann).
    Steigt man mit einer bestehenden Mannschaft in Social Media ein, sind wohl auch nicht alle Punkte von Anfang an vorauszusetzen. Einiges muss da sicher auch nach und nach wachsen und sich entwickeln.

  • http://www.google.com/profiles/jodeleit Bernhard Jodeleit

    Danke für die wertvollen Hinweise!

    Rechtliche Kenntnisse werden online in der Tat immer wichtiger. Leider. Meine Seminare in Stuttgart zu Social Media halte ich in diesem Jahr fast durchweg im Duo mit Dr. Carsten Ulbricht (@intertainment bei Twitter).

    Den Community Manager habe ich im Buch explizit mit eingebunden. Während meiner Tätigkeit für Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf dem Web basiert, ist mir aufgefallen, wie wichtig das sein kann. Da geht PR nicht ohne Community Management. Zudem kann Erfahrung aus dem Community Management bei der PR-Arbeit nicht schaden. Alternativ tut's aber vielleicht auch umfangreiche Praxis in der Teilnahme an Communities.

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  • Pingback: 26 Social Media Marketing Checklisten für Klein- und mittlere Unternehmen |

  • Thomas Mussler

    gute Arbeit, sehr sauber recherchiertes Buch und auch sehr ansprechend geschrieben!

    Allerdings sollte bei jedem, der sich mit den social media applications auseinandersetzt, ein – zumindest rudimentär vorhandenes – Gefahrenbewusstsein vorhanden sein. Leider ist das selbst bei ausgewachsenen Sicherheitsleuten noch nicht vorhanden – was sich aber gewiss in den nächsten Monaten und Jahren noch ändern wird.

    Denn alle Applikationen – von facebook bis google – besitzen ein erhebliches technisches Gefahrenpotential für Unternehmen, vgl.
    http://www.enisa.europa.eu/act/res/other-areas/social-networks/security-issues-and-recommendations-for-online-social-networks
    Dasselbe sagt übrigens – mit anderen Worten – eine Gartner-Studie vom Oktober 2009 (Gartner-NGFW-Research-Note.pdf).

    Dh. mein Vorschlag wäre, “Gefahrenbewusstsein” in der Liste noch zu ergänzen, speziell dann, wenn die Unternehmenskommunikation bzw. die Sicherheitsverantwortlichen keine entsprechenden Guides für den Umgang mit den social media herausgebracht haben.

  • http://flavours.me/kixka Kixka

    Sehr gelungene Checkliste. Bei einem Punkt würde ich als ProfilAgentin allerdings Bedenken anmelden: Nicht alle Nutzer haben nun ausgerechnet ein Google-Profil als Meta-Profil – und darum geht es ja an der Stelle. Inzwischen sind auch flavors.me oder about.me in D angekommen – und sind um Klassen smarter als Google-Profile aufgebaut und haben genau denselben Nutzen. Personenmarken stehen 2011 sehr viel stärker im Fokus als vor einem Jahr, doch ein Google Profil ist da mit Sicherheit nicht die einzige Lösung.