Notizen von Bernhard Jodeleit

“Das semantische Web wird scheitern”

Aus erster Hand durfte ich 2004 anlässlich der Verleihung des finnischen Millenium Price an Tim Berners-Lee, der als Vater des Web gilt, mehr über seine Vision vom künftigen semantischen Web erfahren. Wissen wollte ich von Berners-Lee insbesondere, inwiefern Handys und andere mobile Endgeräte in diesem semantischen Web eine Rolle spielen könnten, indem sie als Content-Generatoren mit ihrem Kameras, Sensoren und Ortungsmöglichkeiten zusätzliche Metadaten liefern. Auf jeden Fall sei dies realistisch, so die Antwort.

Stephen Downes dagegen arbeitet für den kanadischen National Research Council, Institute for Information Technology, und hat mit seinem kritischen Beitrag nun für Wirbel gesorgt: Das semantische Web sei zum Scheitern verurteilt, so seine These. Weil konkurrierende Unternehmen für ein erfolgreiches semantisches Web zusammenarbeiten müssten. Und nicht zuletzt, weil der Internet-User heute trotz oder gerade wegen aller MySpaces und Flickrs immer skeptischer werde. Die Zukunft des Web sieht Downes nicht in einer immer weiter reichenden Vernetzung mit maschinenlesbaren Metadaten, sondern ganz im Gegenteil: “Die Zukunft des Internet liegt im Personal Computing.”

Kernpunkte: “We are talking about the most conservative bunch of people in the world, people who believe in greed and cut-throat business ethics. People who would steal one another’s property if it weren’t nailed down. People like, well, Conrad Black and Rupert Murdoch. And they’re all going to play nice and create one seamless Semantic Web that will work between companies – competing entities choreographic their responses so they can work together to grant you a seamless experience? Not a chance.”

Blog von Stephen Downes