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Phising und andere Cyber-Attacken betreffen die Allgemeinbevölkerung, aber nicht Leute wie uns – die Power-User. Nicht Leute, die online ein fast neues Macbook verkaufen wollen, oder? Mit dieser Überzeugung war ich bis heute im Web unterwegs und nutzte gern immer wieder e-Commerce-Angebote. Bei ebay bin ich seit 1998 aktiv und gehöre damit sicherlich zu den dienstälteren Nutzern.
Was in den letzten Jahren ziemlich in die Höhe geschnellt ist, sind die Preise und Verkaufsprovisionen auf Plattformen wie ebay & Co. Grund genug, anlässlich des bevorstehenden Verkaufs meines im Dezember erworbenen MacBooks einmal den neuen Dienst “ebay Kleinanzeigen” zu nutzen, denn dort kostet die Verkausofferte nichts.
Gesagt, getan. Schnell eine Annonce eingestellt, und sofort trudeln erste Angebote ein. Unter anderem eines über 1.500,00 Euro aus den USA, in gebrochenem Deutsch. Okay, Spam. Ich hatte für das Macbook neu rund 1.000,00 Euro bezahlt. Vertrauenswürdiger schien Steven aus London zu sein. Ein dreister Onlinebetrüger, wie sich später herausstellen sollte. Ich möchte den Schriftverkehr mit dem vermeintlichen Käufer an dieser Stelle wiedergeben, um vor den Gefahren, die mir als Verkäufer bei “ebay Kleinanzeigen” drohten, zu warnen.
Steven: “Hallo, Sie haben noch wahr?”
Ich: “Hallo, ja, ist noch da.”
Steven: “Ok sehr gut, wie viel wird das Element mir plus die Kosten für Versand per DHL nach London …?Sprechen Sie Englisch?”
Ich: “Hi Steven,I can send this to London for € 17,00. Looking forward to hearing from you,”
Steven: “OK senden Sie mir Ihre Bank-oder PayPal für die Zahlung? Und das Element zuzüglich der Versandkosten.”
Ich: “Hi Steven,the total amount is € … (€ … + € 17,00). Can you please confirm that this is ok and you are going to pay the amount in advance? As soon as I have your confirmation I will remove the article from Amazon where it is still listed at the moment. Thank you.My bank account: Name Bernhard Jodeleit IBAN DE0xxxx BIC/Swift-Code COBADEHDXXX”
Steven: “I need your account number and your bank name with your bank code?”
Ich: “Hi,this should be the info you need for an international transaction: Name Bernhard Jodeleit IBAN DE0xxxx BIC/Swift-Code COBADEHDXXX – Kind regards, Bernhard”
Steven: “You need to give me
YourBank name
account number:
bank code:
so that the transfer of the money can be done…”
Ich: “Yeah, that’s more or less the set of data I sent over to you. This should be sufficient as far as I know. In addition, the bank’s name is: “comdirect bank”. Account Number in international format = IBANIBAN DExxx – Bank Code = BIC/Swift-CodeBIC/Swift-Code: COBADEHDXXX”
Steven: “Ok good thanks i will make i send the money to you first thing tomorrow morning…”
Ich: “That’s great. Please let me know if the transaction succeeded. Right after receiving your payment I will sent the parcel to the address you prefer.”
Und nun nimmt die Geschichte ihren kriminellen Lauf: Tags daraus erhalte ich eine E-Mail von der Royal Bank of Canada, in der mir mitgeteilt wird, dass die Zahlung an mich auf den Weg gebracht sei. Eine betrügerische Scam-Mail. Zur Sicherheit erkundige ich mich bei der Royal Bank of Canada, Security Team, und erhalte folgende Antwort:
- Es handelt sich um gezielte Cyberkriminalität mit persönlicher Ansprache
- Gezielt nutzen die Täter die Unkenntnis von Durchschnittsusern im internationalen Zahlungsverkehr aus
- Die Betrüger sind dreist genug, auch noch nachzuhaken und nach einer Trackingnummer zu fragen.
Ich freue mich auf Tipps, wo ich das am besten anzeigen kann. Und das Macbook wäre noch zu haben.
*** Update 1:
Ich habe den Online-Service der Polizei in Baden-Württemberg genutzt und Anzeige erstattet. Hier: http://www.polizei-bw.de/internetwache/Seiten/MitteilungzuStraftaten.aspx
“Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin eindeutig Opfer eines Betrugsversuchs im Internet geworden. Den Vorgang habe ich heute – tagesaktuell – hier öffentlich dokumentiert:
http://blog.jodeleit.de/ebay-kleinanzeige-provoziert-betrug-eine-chronologie/
Gern unterstütze ich Sie weiter bei den Ermittlungen. Wichtig ist jedoch m.E. der sofortige Zugriff auf die avisierte “Lieferadresse” in London. Daher wäre es wichtig, dass direkt die Kollegen dort tätig werden.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Jodeleit”
