Blogger haben ja den Ruf, gerne und ausgiebig zu kritisieren. Ich möchte heute wie ab und zu wieder einmal loben – und zwar das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn mit dem “Flinkster”. Das Konzept ist durchdacht, praktisch und preisgünstig und richtet sich an alle, die ab und zu spontan ein Fahrzeug benötigen – unterhalb der Schwelle, die einen normalen Mietwagen von Sixt & Co. sinnvoll erscheinen lassen. Vom Konzept des klassischen Mietwagens unterscheidet sich der Flinkster in folgenden Punkten:
- Es gibt viel mehr Standorte, an denen Fahrzeuge bereit stehen. Meist stehen Flinkster auf Parkplätzen von Firmen, Hotels oder größeren Wohnkomplexen bereit.
- Das Fahrzeug muss am gleichen Ort retourniert werden, an dem es abgeholt wird.
- Wer es zu spät, also nach dem vereinbarten Buchungszeitraum zurückbringt, der zahlt aus verständlichen Gründen eine Strafgebühr – denn unter Umständen wartet ja der nächste Fahrer vergeblich auf den Wagen. Wie ich gerade beim Nachlesen sehe, ist die Penalty recht heftig: 25 Euro bis 15 Minuten, danach 50 Euro.
- Ebenso schmerzhaft übrigens die Vollkasko-SB, die ohne spezielles Schutzpaket 1.500 Euro beträgt (mit Paket 300 Euro).
- Das Fahrzeug wird nicht nach jeder Fahrt gecheckt und gereinigt, daher ist mehr Eigenverantwortung bei den Nutzern erforderlich.
- Das Ganze ist oft viel günstiger als ein normaler Mietwagen.
Wer flinkstern möchte, muss zunächst einen Einstandspreis (ohne Bahncard 99 Euro, mit 69 Euro) bezahlen, der unter bestimmten Umständen entfällt. Etwa für Inhaber einer BahnCard 100. In Stuttgart erhalten beispielsweise die Inhaber bestimmter Jahreskarten des regionalen Verkehrsverbundes VVS die Startgebühr erlassen. Zudem fällt keine monatliche Grundgebühr an, im Gegenteil: Es gibt ein monatliches Guthaben von 5 Euro. Die Preisliste gibt’s hier.
Benötigt man einen Flinkster, bucht man ihn via Webinterface. Es muss eine Station ausgesucht und der gewünschte Zeitraum angegeben werden. Dann kann es losgehen: Der Flinkster-Nutzer sucht den entsprechenden Standort auf, zückt eine kontaktlose Smartcard und hält sie an einen Reader an der Windschutzscheibe. Der Wagen öffnet sich und ist startklar. Zündschlüssel und eine Tankkarte finden sich im Handschuhfach. Man fährt seine Strecke – in Stuttgart sehr günstig mit der Fahrzeugklasse “0″, das sind schicke und bestens ausgestattete Mito von Alfa-Romeo, bringt das Fahrzeug wieder zurück an den Ausgangspunkt und verriegelt es wieder, indem man die Smartcard an die Windschutzscheibe hält.
Meines Erachtens ein geniales Konzept, dem ich in Zukunft weiterhin viel Erfolg wünsche – demnächst dann vielleicht mit umweltfreundlicher und regenerativ gespeister E-Mobility.
Zu kritisieren gibt es aus meiner Sicht bisher – nichts!
Update:
Just an dem Tag, an dem dieses Posting erschienen ist, hat mich der Kundenservice dann nochmals positiv beeindruckt; ich erhielt nämlich folgende Mail:
Ihre Fahrt vom 28.-30.06.2010 mit F-R xxxx, Schadenreferenz xxxxx
Sehr geehrter Herr Jodeleit,
nach Ihrer o.g. Fahrt wurden im Fahrzeug etwa 5 EUR Kleingeld gefunden. Gehört dieses Ihnen?
Wir bitten Sie um eine kurze Rückmeldung. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
i.A. xxxx xxxxx
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Ihre Kundennummer: xxxxx
DB Rent GmbH
Scharrenstraße 10
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0180 1 282828
Fax: 0180 1 292929
Carsharing der Bahn
www.dbcarsharing.de