Unter dem Begriff “Direct Media Measurement” wird, wie unter anderem connect berichtet,
die Software MeterDirect des Marketing-Unternehmens M:Metrics künftig ausspionieren, wann ein Benutzer welche Internetseiten mit seinem Smartphone aufruft sowie wann er E-Mails und Textnachrichten sendet und empfängt. Natürlich mündet das alles in bedarfsgerechte Angebote. Demnächst beim Netzbetreiber Ihres Vertrauens – ich kann es kaum noch erwarten, ein solches Tool auf meinem mobilen Endgerät zu installieren.
Wie wäre es denn, wenn gleich zusätzlich übermittelt würde, wann wir uns wo aufhalten, wie die Umgebungstemperatur ist, wie es denn an unserem aktuellen Aufenthaltsort eigentlich so aussieht und was wir gerade sprechen? Schließlich haben viele Handys doch Schnittstellen wie Temperaturfühler, Kameras, Mikrofone, die all diese Daten liefern. Die kann man dann auch gleich noch vollautomatisch twittern, wie reizend. Die Angebote der Werbeindustrie wären dann auch gleich noch viel bedarfgerechter, hier mal eine bewusst zurückhaltend formulierte Variante, obwohl mir Schamloseres einfiele: “Ihr Handy meldet, Sie sind gerade im Zoo, möchten Sie bei Amazon ein Buch über Elefanten bestellen?” Und a propos Elefanten, mit den Herren Schäuble und Ziercke gäb`s auf jeden Fall weitere dankbare Abnehmer für die gewaltigen generierten Datenmengen. Ja! Warum sollten Staat und Industrie nicht zusammenrücken, um Daten effektiver auf Vorrat speichern zu können? Ist doch auch eine Win-Win-Situation. Wenn Staat und Industrie immer wissen wo Du bist und was Du tust, dann bist Du nie wieder einsam und verloren. Edmund Stoiber etwa würde, ausgestattet mit einem ultimativen Überwachungshandy mit Navigation, künftig stets den Weg vom Bahnhof zum Flughafen finden, denn das Bundeshandy würde alles mitkriegen und sich melden: “Hey, das ist der falsche Weg! Hier lang, Eddie!”
Ja, soviel Vernetzung muss sein, und daher her mit dem M:Metrics-infiltrierten Bundeshandy und mit dem Bundes-Video-on-Demand-Angebot für zu Hause, das zu guter Letzt noch das Fernsehverhalten jeder Einzelperson für gute und schlechte Zwecke statistisch nutzbar macht. Für Besitzer der hier demnächst entstehenden gewaltigen Datenbanken sowie für erwähnte Bundes-Elefanten, die Hüter unserer (Bundes-) Demokratie, ist die Sache mit dem semantischen Web schon viel früher real und nutzbar als fürs gemeine Volk.
Nachtrag: Es gibt ein neues Bundestrojaner-Blog, danke an den Entdecker!
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