Flexispy – eine Software, mit der man SMS und Anrufliste eines Symbian-Handys remote ausspionieren kann. Ein echter Handy-Trojaner. Darum geht es heute Abend in “Akte 07″ auf Sat.1. Ich habe mir anlässlich der Anfrage seitens Sat.1 das Programm mal angeschaut – es kann tatsächlich alles, was der Hersteller verspricht, auch die äußerst illegale Lauschfunktion, mit der unbemerkt in den Raum gehört werden kann, ist tatsächlich Bestandteil des Schnüffelprogramms. Zwar hatte ich bei der Einrichtung einige Schwierigkeiten, aber mit einigen Tricks funktionierte es dann doch. Wer diese Funktion zum Belauschen anderer missbraucht, riskiert bis zu drei Jahre Haft.
Wie kann man sich davor schützen?
Flexispy ist darauf ausgelegt, möglichst unbemerkt und ohne Spuren auf Symbian-Handys zu arbeiten. Dennoch gibt es Anzeichen, die selbst ohne spezielle Antiviren-Software sichtbar sind. Das Programm hinterlässt beispielsweise Einträge im Symbian-Programm-Manager. Auf einem Symbian-9-Gerät sieht das Ganze unter System/Programm-Manager so aus wie abgebildet: “RBackupPro” heißt der fragliche Eintrag, der auf ein infiziertes Gerät hinweist.
Weitere Auffälligkeiten: Direkt nach dem Systemstart baut sich das Display mit dem Grundzustand nochmals neu auf, nachdem es bereits zu sehen war. Und, auch nicht ganz elegant, bei Ausführen der Lauschfunktion schaltet sich kurzzeitig die Displaybeleuchtung ein. Jedoch ist dieses kurzzeitige Aufflackern des Displays eine Fehlfunktion, an der aufgrund sinnloser Bildschirmschoner und Animationen im Ruhezustand zahlreiche moderne Multimediahandys auch ohne installierte Spyware leiden.
F-Secure hat bereits bekanntgegeben, dass deren Virenscanner für Mobiltelefone Flexispy entfernen kann (Downloadlink fürs Handy, dort einfach direkt im Browser eingeben: http://phoneav.com).
Ich bin gespannt, ob es bei meinem geplanten Besuch im F-Secure-Headquarter in Helsinki am Freitag neue Erkenntnisse zum Thema gibt.