Notizen von Bernhard Jodeleit

last.fm – ein Beispiel für Mobile Social Media

Lastfm in last.fm - ein Beispiel für Mobile Social MediaSocial Media werden mobil: Dass ich davon überzeugt bin, habe ich in diesem Jahr schon bei verschiedenen Gelegenheiten beschrieben und vorgetragen. Beispiele dafür möchte ich an dieser Stelle und im Corporate Blog von Sympra, das in den nächsten Tagen an den Start geht, in loser Folge aufgreifen. Hier ausführlicher und eher die technische Faszination beleuchtend, etwa, indem ich einzelne Applikationen für das Apple iPhone unter die Lupe nehme, dort bei Sympra eher mit Blick auf PR- und Marketing-Aspekte.

Als kurzer Rückblick die Slides zu Mobile Social Media Relations (aus PR-Sicht gedacht):

Mobile Social Media Relations    

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Heute möchte ich beispielhaft für eine Social-Media-Plattform, die mobil wird und dabei Mehrwert für den Nutzer bringt, last.fm (Wiki) aufgreifen. Deren Client für das iPhone ist eines zahlreicher interessanter Beispiele für Mobile Social Media und konvergente, interaktive Mediennutzung über Festnetz und Mobilfunk. Zudem eines, das tatsächlich den Weg in meinen Alltag gefunden hat – und erstaunlich gut funktioniert. Das Prinzip ist schnell erklärt: Nach Anmeldung bei last.fm im Web gibt der User dort einige Interpreten der Wahl an und kann daraufhin einem von entsprechenden Algorithmen zusammengestellten Webradio-Stream lauschen. Titel, die nicht gefallen, können übersprungen werden – oder durch Klick auf ein Symbol von der künftigen Wiedergabe ausgeschlossen werden. Titel, die dem Nutzer gut gefallen, nimmt er per Klick auf ein Favourite-Symol in seine Bibliothek auf. Entsprechend lernt last.fm dazu. Zudem verfügt der Dienst über die klassischen Merkmale eines Social Network – es gibt musikalische Nachbarn, Freunde etc. Leider negativ war auf Anhieb meine Erfahrung, als ich ein last.fm-Konto für den Nachwuchs einrichtete: Plötzlich war ich am Rechner meines Sohns bei der Einrichtung eines Profils für ihn mit dem ganz offensichtlich nicht geeigneten Profilbild eines anderen an Rockmusik interessierten Teilnehmers konfrontiert. Vorsicht.

Das eigentlich Interessante an last.fm ist jedoch die konvergente Nutzung im Festnetz und unterwegs, via iPhone und HSDPA oder WLAN und heimischem Webbrowser. Denn alle oben genannten Funktionen stellt auch die mobile last.fm-Anwendung auf dem iPhone zur Verfügung. Eine neue Form der Mediennutzung wird so möglich: Wer jeden Tag zur Arbeit und zurück pendelt, der kann unterwegs seine Zeit nutzen und personalisierte last.fm-Streams hören und bewerten, damit sein Musikportfolio kontinuierlich ausbauen – die Ergebnisse dann zu Hause in aller Ruhe auswerten, Tracks downloaden und kaufen.

Ich persönlich habe last.fm auch im Auto genutzt – mit Aux-in-Anschluss an die dortige HiFi-Anlage. Es ist erstaunlich, wie relativ gut und unterbrechungsfrei die Wiedergabe funktioniert. Ich würde mir aber wünschen, dass die Köpfe, die hinter last.fm stehen, hier so rasch wie möglich weiterentwickeln und folgende Aspekte verbessern:

  • Das Buffering sollte optimiert werden. Die hohen Downloadgeschwindigkeiten von HSDPA werden bislang nicht dazu genutzt, die bei sich im Mobilfunknetz bewegenden Abonnenten zu erwartenden Ausfälle beim GPRS-/UMTS-Attach durch Pufferung auszugleichen.
  • Die Anwendung gibt bei Unterbrechungen der Funkversorgung zu schnell auf und beendet die Wiedergabe mit einer Fehlermeldung. Ein paar Änderungen im Code würden dafür sorgen, dass der last.fm-Client auf dem iPhone eine verlorene Datenverbindung wieder herstellt statt einfach abzubrechen.
  • Last, but not least – eine Zukunftsvision. Im Moment kann man last.fm im Auto nur als Beifahrer verantwortungsbewusst nutzen. Was spricht dagegen, Social Music Streaming künftig als Premium-Feature in Kfz-HiFi-Systeme einzubauen? Ergebnis wäre, dass mein Autoradio Musik nach meinem Wunsch via Streaming wiedergibt. Über Sprachsteuerung könnte ich als Nutzer signalisieren, welche Tracks ich gerne mag, welche nicht meinem Geschmack entsprechen. Das Ganze würde sich mit einem konvergenten browser- oder clientbasierten Dienst zu Hause am Mac/PC ergänzen. Weder iTunes noch die Konkurrenz bieten so etwas bislang, doch ich bin mir recht sicher: Wer eine solche Anwendung in Verbindung mit geeigneten 3G-Datentarifen anbietet, der hat ein sehr interessantes Produkt am Markt.