Nähebasiertes Social Networking erobert anhand verspielter Anwendungen wie Foursquare und Gowalla den Markt. Facebook soll angeblich im April mit Location Based Networking beginnen. Nicht genutzt wird das Potenzial der Location Based Services bislang für Business Networking und auf Messen. Meines Erachtens ein Markt mit Zukunft.
Der folgende Text ist ein Vorab-Auszug aus dem Mitte 2010 erscheinenden Buch Social Media Relations, das Sie beispielsweise bei LOB oder Amazon vorbestellen können. Up to date bleiben Sie als Facebook-Fan oder Abonnent des RSS-Feeds zu diesem Blog.
Während sich für die Inhaber von “Locations”, also von Ladengeschäften, Dienstleistungsbetrieben und Restaurants klare Marketingchancen ergeben, die neulich von Shane Snow bei Mashable in Grundzügen beschrieben wurden, sind die Anreize für die Anwender eher übersichtlich. Diese können Badges und virtuelle Gegenstände sammeln, sich untereinander vernetzen. Ein wenig Spaß haben. Und in den USA unter Umständen schon den einen oder anderen freien Kaffee, wenn sie häufig genug mit Hilfe ihres Location Based Game einchecken. Alles in allem ist der Nutzwert bisher eher begrenzt.
Geo- und nähebasiert Xing nutzen – Location Based Business Networking
Aus Anwendersicht spannender und nützlicher ist aus meiner Sicht geo- und nähebasiertes Social Networking fürs Business. Schon heute können wir in Social Networks wie beispielsweise Xing nach Experten für ein bestimmtes Themengebiet in unserer Stadt oder, mit Hilfe der Postleitzahl, sogar in unserem Stadtviertel suchen. Was liegt näher, als diese Funktionalität aufs Mobiltelefon zu portieren? Damit wäre es möglich, auch unterwegs festzustellen, ob potenzielle Geschäftspartner aus einer bestimmten Branche sich aktuell in der gleichen Stadt oder aufhalten. Vom gleichen ICE auf dem Weg quer durch die Republik möchte ich gar nicht ernsthaft schreiben, weil wohl Datenschutzaspekte gegen den Vergleich von Bewegungsprofilen zweier Personen sprechen. Technisch machbar wäre indessen auch dies. Und ein Bedarf scheint zu bestehen: Ich habe schon des Öfteren Tweets wie “Sitze im ICE 634 von A nach B, noch jemand da?” gelesen. Zum Beispiel von Xing-Gründer Lars Hinrichs.
Zug beiseite. Ein wirklich realistisches Anwendungsgebiet für Location Based Business Networking sind Messen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in einigen Jahren konsequent auf unseren mobilen Messeplaner auf dem Smartphone setzen werden, wenn wir Networking betreibend von Halle zu Halle hasten. Bislang haben sich solche Anwendungen nicht durchgesetzt, weil sie zu unhandlich waren und Terminlisten auf Papier im Messetrubel sicherer waren, nicht zuletzt aufgrund ihrer unerschöpflichen Ausdauer im Vergleich zum Smartphone-Akku. Doch wer sagt, dass nicht nähebasierte Funktionen und In-Hallen-Navigation schon bald dafür sorgen, dass elektronische Messeplaner den Durchbruch schaffen?
Kombiniert mit Social Networking könnte solche Software ihren Anwendern sehr großen Mehrwert bringen. Diese könnten ihr Interessenprofil im Vorfeld der Messe definieren und sich dann von einem interessanten Gesprächspartner zum nächsten leiten lassen. Der Austausch von Kontaktdaten und die Kontaktaufnahme in Social Networks würde vom elektronischen Messeplaner auf dem Smartphone gleich mit erledigt.
Ich bin gespannt, wann von Xing oder von Messegesellschaften solche Lösungen angeboten werden. Meines Erachtens könnte die Zeit bald reif sein. Was glauben Sie?
Links:
Tipps zu Location Based Marketing bei Mashable
@jodeleit bei Fourquare und bei Gowalla
