Ohne Zweifel feiern Dienste aus dem Bereich des Social Web große Erfolge – weltweit und erstaunlich zielgruppenübergreifend. Ob myspace und youtube oder LinkedIn und Xing – der Markt brummt schon länger als mancher die Erscheinung ernst nimmt. Dass solche Trends auch aufs Mobiltelefon kommen: logisch. Und wenn man bedenkt, dass Mobiltelefone auch unterwegs spontan miteinander in Kontakt treten können, ob über Bluetooth oder die Location Based Services der zellularen Mobilfunknetze, so wird das Ganze noch spannender. Man stelle sich vor, das eigene Handy zeige in Xing-Manier im ICE-Abteil an, wer da sonst noch sitzt und wie die sozialen Verbindungspfade von der eigenen zu diesen Personen sind – erschreckend und unterhaltsam, oder nicht?
Doch Location Based Services war in der Vergangenheit kein großer Erfolg vergönnt. Auch lokale Schnittstellen zwischen Handy, Smartphone, Notebook & Co. fristen abgesehen vom banalen USB ein Schattendasein – Bluetooth wird bestenfalls zum Anschluss eines Headsets oder von ambitionierteren Nutzern zum Surfen via Notebook und Handy benutzt. Wenig Erfolg vergönnt war bisher Versuchen, das Handy wie beschrieben zum Vehikel lokaler Kontaktaufnahme zu machen, sei es nun zwischen Privatmenschen oder zwischen Business und Privatmenschen (“Hallo, hier um die Ecke ist Pizza Hut, wie wäre es mit einer Gratisschnitte?”).
Nokia hat mit Sensor seit Jahren Pionierarbeit geleistet. Die Software ermöglicht das Finden von Handynutzern in der unmittelbaren Umgebung, die das Programm ebenfalls ausführen. Faszinierend, aber selbst auf den Hausmessen und Pressekonferenzen der Finnen findet sich kaum ein Nutzer. Zudem ist die Diskussion um offene Bluetooth-Schnittstellen am Handy eher von der Panikmache der Hersteller von Security-Software geprägt als von den Möglichkeiten kreativer Anwendungen wie Sensor.
Weiter gesponnen haben die Idee von Sensor und damit von Mobile Social Web jetzt junge Leute aus Berlin. Basierend auf einem Diplomprojekt im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (GWK) an der Universität der Künste Berlin bereiten die Studenten jetzt den für Sommer 2007 Launch ihres Prouktes aka-aki vor, ein Betatest soll demnächst starten. [mygal=040307]
Unterschied zum Nokia Sensor: Unterstützt werden Handymodelle nicht nur eines bestimmten Herstellers. Es geht um eine Anwendung für Handys, die Mobilität mit Social Web verbindet. Die Software zeigt ebenfalls registrierte Nutzer im Umkreis von 20 Metern an und visualisiert ersten Ankündigungen nach offensichtlich ähnlich wie Xing den sozialen Verbindungspfad. Vielversprechend. Spannend auch die Frage: Wann bringen die Social-Networking-Portale ebenfalls location-basierte mobile Ableger?