Warm anziehen ist angesagt – weil der Herbst Einzug hält, aber auch, weil es im Internet immer ungemütlicher wird. Längst muss es nicht mehr ein illegaler Musikdownload sein, der zu ernsthaften Problemen im Zusammenhang mit der Internetnutzung führt. Es kann bereits ausreichen, die falsche Website aufzurufen.
Gleich an zwei Beispielen wird heute die neue Qualität klar: Zum einen berichtet der Tagesspiegel, wie bei netzpolitik bestens zusammengefasst und bei Bernd Vetter ausführlich diskutiert, dass es heute ausreicht, im Web zu recherchieren, um ins Visier der Ermittler zu geraten. Zum anderen versuchen sich inzwischen selbst Internetprovider an einer vorsorglichen Einschränkung der freien Meinungsäußerung: Der US-Provider AT&T behält sich Berichten nach vor, Kunden vom Netz abzuklemmen, die sich online in einer Art und Weise äußern, die "dazu tendiert, Namen oder Ruf" von AT&T oder Tochterfirmen zu beschädigen (Original: "tends to damage the name or reputation of AT&T, or its parents, affiliates and subsidiaries"). Diese Androhung eines Vorgehens umfasst nicht nur den Internetzugang selbst, sondern auch den Kundenaccount samt E-Mail-Adressen und Domains.