Notizen von Bernhard Jodeleit

qype fürs iPhone: ein erster Test

Qype in qype fürs iPhone: ein erster Test

Werbung, Public Relations, jede denkbare Form von Kommunikation wird künftig auch online nicht mehr völlig ortsunabhängig sein. Bestimmte Orte, bestimmte Plätze, Läden, Restaurants haben bereits heute eine bestimmte digitale Reputation – nur muss der Nutzer diese im Moment noch aktiv über Suchmaschinen abrufen. Dass dies künftig anders wird und warum ich davon ausgehe, habe ich Anfang Dezember ausführlich im Sympra-Blog in meinem Beitrag Online-PR: Web meets Reality erläutert. Seit gestern kann nun die mobile Qype-Anwendung (Definition Qype) fürs iPhone unter dem Namen qype Radar im Apple AppStore kostenlos heruntergeladen werden (siehe dazu offizielles Qype-Blog).

Mein Eindruck von der Applikation: Ein solider erster Schritt, nicht weniger, aber vor allem auch nicht mehr. Die Qype-Applikation erlaubt es, mit Hilfe der automatischen GPS-Standortbestimmung des iPhone an jedem beliebigen Ort nach Läden, Dienstleistern, Restaurants, Freizeitstätten und sonstigen nützlichen Einrichtungen zu suchen – besser gesagt: “zu schauen”, denn es reicht völlig aus, die entsprechende Kategorie in der Qype-Applikation auszuwählen, damit unmittelbar die entsprechenden Treffer in der direkten Umgebung angezeigt werden. Das war’s dann leider auch schon – und der Nutzen ist zumindest in ländlichen Regionen sehr, sehr begrenzt, denn hier gibt es offensichtlich noch sehr, sehr wenige von Qype-Nutzern angelegte Einträge, so dass es sein kann, dass man in einer Kleinstadt nur ein, zwei Restaurants findet. Hier hält Qype leider bei weitem nicht mit anderen Anwendungen wie “Around me” etc. mit, die auf Daten aus Google Maps zurückgreifen und daher ein mehr oder minder vollständiges Bild abgeben und den Supermarkt um die Ecke auch tatsächlich finden.

Mein Kritikpunkt: Im Moment ist die qype-Anwendung fürs iPhone mangels Interaktivität und Einbindung der Social-Networking-Funktionen von qype lediglich ein GPS-basiertes Branchenbuch, und genau in diesem Segment gibt es bessere Alternativen. Wer sich Qype im Web anschaut, der begreift schnell, dass der Dienst weitaus mehr bietet: Qype ist ein Social Network, in dem Mitglieder geobasiert Rezensionen abgeben können. Genau diese Möglichkeit bietet die mobile Qype-Applikation momentan noch nicht.

Ist doch klar, könnte man nun argumentieren: Ist es doch kaum möglich, auf einem iPhone eine angemessene Rezension, etwa eine Restaurantkritik, zu schreiben – dazu ist der Touchscreen als Tastaturersatz mehr schlecht als recht geeeignet. Verständlich wäre es daher, sollten die Qype-Macher Qualitätsbedenken gehabt und befürchtet haben, dass iPhone-Nutzer von unterwegs aus oft zu kurze, kryptische Kommentare abgeben und damit dem Qualitätsniveau des User Generated Content insgesamt schaden würden. Doch es hätte Kompromissmöglichkeiten gegeben: 

  • Die Integration der Social-Networking-Funktionen von Qype wäre ein erster Schritt. Dabei denke ich an Funktionen wie: “Was empfehlen meine Qype-Kontakte in diesem Stadtviertel?”
  • Qype könnte Nutzern anbieten, sich den Rezensionen anderer Nutzer (positiv wie negativ) vom iPhone aus anzuschließen und mit wenigen Klicks ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen.
  • Man könnte Qype-Nutzern erlauben, vom Handy aus weitere Fotos zu einer Location, die bereits in Qype existiert, hochzuladen.
  • Sinnvoll gewesen wäre in dieser ersten Version auch eine Tagging-Funktionalität für Locations oder die Möglichkeit, einen Rezensionsentwurf mit Foto, Notizen und Bewertung am iPhone abzugeben, in den persönlichen Mitgliederbereich hochzuladen und dort zu vervollständigen / zu veröffentlichen.

Auch wenn Qype mit diesem Release noch zögerlich war: Früher oder später wird es zur Stunde der Wahrheit bei der mobilen Abgabe von Kundenrezensionen kommen. Dann wird sich die Frage nach Qualität und deren Kontrolle stellen. Zu reizvoll der Gedanke, ein gutes oder schlechtes Restaurant gleich während des Abschiedsespresso vom Handy aus zu bewerten und die Rezension sofort online zu wissen. Ich bin gespannt, wann qype diese Möglichkeit bietet!

  • http://www.jauhari.net/ Jauhari

    I don’t have any iPhone yet, but I want it ;)

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