Wie angekündigt möchte ich in meinem persönlichen Blog im Rahmen einer kleinen Serie die Social Networks vorstellen, die ich selbst nutze und kennengelernt habe. Den Anfang macht aka-aki – ein 2007 an den Start gegangenes Netz, das nicht primär geobasiert ist wie beispielsweise brightkite, sondern nähebasiert. Über geo- und nähebasierte Netze und Inhalte sowie deren Auswirkung auf die Medien- und Kommunikationsbranche habe ich heute auch bei Sympra gebloggt.
Wie bei anderen Social Networks ebenfalls legen die User von aka-aki im Web ihr persönliches Profil an. Das funktioniert etwas anders als bei Xing oder Facebook, nämlich mit „Stickern“, die sich jeder Nutzer ans Profil heften und damit persönliche Eigenschaften und Interessen zum Ausdruck bringen kann.
Das Besondere an aka-aki ist jedoch die mobile Nutzung. Eine Handy-Software für bluetooth- und javafähige Handys sorgt dafür, dass jede Begegnung zwischen zwei aka-aki-Nutzern registriert wird. Mit Hilfe dieses Java-Clients protokolliert das Handy jedes Bluetooth-Signal in der Umgebung mit und gleicht die jeweilige Gerätekennung mit den aka-aki-Datenbanken ab. Geräte, die nicht für den aka-aki-Client geeignet sind, etwa das Autotelefon oder andere leider nicht für Java-Software geeignete Produkte wie das iPhone, lassen sich dennoch bei aka-aki registrieren, wozu leider ein bluteooth-fähiger PC benötigt wird. So aktivierte Geräte – “verzauberte”, wie sie bei aka-aki heißen, können dann von Mitgliedern der Community erkannt werden, aber nicht selbst aktiv Geräte aufspüren. Dennoch erhalten beide Seiten im Anschluss an eine Begegnung Kenntnis voneinander – via Webinterface. Für das iPhone hat aka-aki schon vor Monaten eine geeignete, meines Erachtens wohl browserbasierte Applikation angekündigt, hüllt sich aber in Schweigen (siehe Kommentare hier), was das Release-Datum betrifft. Eigentlich kein Wunder: Weil Zusatzanwendungen auf dem iPhone nicht im Hintergrund laufen können wird es aka-aki hier ebenso schwer haben wie Instant-Messaging-Anwendungen, die auf dem Apple-Gerät ebenfalls einfach nicht abheben wollen.
Hat man dagegen das Glück, ein voll kompatibles Gerät sein Eigen zu nennen, läuft also der aka-aki-Client auf dem Handy, so entsteht in kürzester Zeit eine beachtliche Liste registrierter Gerätenamen, die am Gerät selbst, aber auch im Mitgliederbereich von aka-aki im Web eingesehen werden kann. Ein Highlight ist es natürlich, wenn eines der registrierten Geräte tatsächlich einem anderen aka-aki-Nutzer gehört: Dann ist die Neugierde groß, Profile werden gegenseitig besucht und Kontakte geknüpft. So stellen sich das zumindest die Köpfe hinter aka-aki vor, einige junge Leute in Berlin. Dort, in Berlin, ist die Dichte an aka-aki-Nutzern angeblich auch groß genug, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, andere Nutzer zu treffen, die dem Netzwerk tatsächlich angehören. Ich selbst habe während einer mehrwöchigen Testphase in Stuttgart und anderen Städten leider trotz bisher 982 registrierter Bluetooth-Kontakte lediglich ein einziges aka-aki-Mitglied „getroffen“.
Das ist genau der Knackpunkt: Nähebasierte Netze leiden unter dem Henne- und Ei-Problem. Die Nutzung eines mobilen Clients für nähebasiertes Social Networking wird erst dann attraktiv, wenn die kritische Masse von Nutzern erreicht ist. Von dieser kann man im Moment bei keinem der geo- und nähebasierten Dienste sprechen, was schade ist und zu wenig Optimismus Anlass gibt (siehe auch Techchrunch mit einer interessanten Übersicht ähnlicher Dienste).
Aus diesem Grunde sehr positiv: aka-aki erkennt seit Ende Oktober nicht nur via Bluetooth, wer in der Nähe ist, sondern wertet zusätzlich Informationen aus dem Mobilfunknetz (Cell ID) aus. So können sich nicht nur Nutzer finden, die wenige Schritte voneinander entfernt sind, sondern auch Menschen im gleichen Stadtteil oder in der gleichen Region.
Fazit aus meiner Sicht: aka-aki bleibt ein sehr interessanter Ansatz, es dauert nun aber schon verdächtig lange mit dem Erreichen der kritischen Masse. Dem Team weiterhin viel Glück!
