Notizen von Bernhard Jodeleit

“Social Media erhöht die Taktfrequenz der PR”

Heute ist ein Interview zu “Social Media Relations” im Intranet von fischerAppelt erschienen. Danke an Iva Busic aus unserer Redaktion für das nette Gespräch.

Social Media und Social Networks verändern die PR. In seinem Erstlingswerk „Social Media Relations“ beschreibt Bernhard Jodeleit, Standortleiter Stuttgart und SMSL-Autor, die neuen Herausforderungen für PR-Profis. Außerdem gibt er praktische Tipps für die Kommunikation im Web 2.0. Heute erscheint das Buch. Die Transit-Redaktion sprach anlässlich der Veröffentlichung mit dem Autor und verlost außerdem fünf Exemplare.

Iva: Bernhard, schon vor Wochen hat dein Buch bei Amazon Platz 1 bei den PR-Fachbüchern belegt und viele Diskussionen im Internet angeregt. Hast du mit diesem Erfolg gerechnet?

Bernhard: Der Erfolg muss sich erst noch einstellen. Doch das große Interesse an meinem Buch bei Facebook und die vielen Vorbestellungen deuten darauf hin, dass es mit Spannung erwartet wird. Das Thema Social Media ist in der Breite angekommen. Das habe ich als Referent bemerkt: Während sich noch vor einem Jahr überwiegend IT- und Marketing-Spezialisten sowie Agenturen für das Thema interessierten, besuchen heute Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen meine Seminare zu Social Media.

Wie kam es zu diesem Buchprojekt?

In den vergangenen zwei Jahren habe ich mehrere Unternehmen auf dem Weg ins Social Web begleitet und in Fragen rund um Social Media und Social Networking beraten. Vor meinem Wechsel zu fischerAppelt kam mir Anfang des Jahres spontan die Idee, meine Erfahrungen aufzuschreiben. Es war an der Zeit, angesammeltes Wissen weiterzugeben und zur Diskussion zu stellen. Außerdem wusste ich, dass ich bei fischerAppelt am Aufbau von Social Media als neues Geschäftsfeld mitwirken würde.

Mit welchen Kommunikationskanälen des Web 2.0 hast du die Werbetrommel für dein Buch gerührt?

Zentrales Instrument bei der Vermarktung war eine extra für das Buch eingerichtete Facebook-Seite. Da ich im Web 2.0 gut vernetzt bin, habe ich 100 Leute aus meinem Facebook-Freundeskreis eingeladen, mein Buchprojekt im Netz zu unterstützen. Dank dieser Multiplikatoren wuchs die Zahl der Facebook-Abonnenten auf knapp 800. Zusätzlich gab es einen Twitter-Account. Wichtiges Instrument waren auch die Vorabveröffentlichungen in Facebook und in meinem Blog, die für eine rege Diskussion gesorgt haben.

Du schreibst in deinem Blog: „Social Media Relations soll ein Buch werden, das, während es entsteht, zuhört.“ Wie ist das gemeint?

Mehrere Wochen vor dem Erscheinungstermin habe ich vorab Textauszüge, Gedanken, Thesen aus dem Buch veröffentlicht und meine Twitter-Follower, Facebook-Freunde und Blogleser gebeten, mir Feedback zu geben. Ich habe Anregungen, die in den vergangenen Wochen eingegangen sind, im laufenden Schreibprozess berücksichtigt.

Wie hat das deine Fangemeinde aufgenommen?

Die Idee kam sehr gut an. Die Fans haben mein Buchprojekt in der Regel positiv-kritisch begleitet. Mir war es wichtig, in den Dialog mit Social-Media-Experten und -Interessierten zu treten und mich mit ihnen auszutauschen.

Was kann Social Media bieten, was die klassische PR nicht kann?

Mit Social Media Relations ist die Themenplanung adaptiver. Das heißt, dass ich aktuelle Trends besser erkennen und in die Themenplanung einfließen lassen kann. PR-Schaffende sind außerdem näher an ihren Zielgruppen dran. Social Media bietet ihnen die Möglichkeit, mehr auf den Rückkanal zu hören und zu erkennen, was der Kunde will. Last but not least erhöht sich mit den neuen Kommunikationskanälen die Taktfrequenz der PR. Während ich früher von Pressemitteilung zu Pressemitteilung gedacht habe, kann ich heute jeden Tag Mikrobotschaften aussenden, die unterhalb der Schwelle einer Pressemitteilung liegen.

Welche Risiken bergen die neuen Möglichkeiten der Kommunikation über Web 2.0?

Es gibt viele Gefahren, die vom Web 2.0 ausgehen können. Ein großes Risiko sind zum Beispiel verdeckte PR-Aktivitäten. Es gibt Agenturen, die für Unternehmen Kundenrezensionen im Netz fälschen, indem sie sie selbst unter falscher Identität veröffentlichen. Das ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch schädigend für den gesamten Berufsstand der Public Relations. Wird so eine Fälschung entdeckt, ist auch das Image des Kunden dahin.