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	<title>Bernhard Jodeleit Blog &#187; Twinity</title>
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		<title>Virtuelle Welten in der Praxis</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 20:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Jodeleit</dc:creator>
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Virtuelle Welten: Second Life, Twinity und zahlreiche andere 3D-Umgebungen sind bereits heute verf&#252;gbar. Allerdings haben sie mit einer ganzen Reihe von Problemen zu k&#228;mpfen. Als Medienmensch denke ich zun&#228;chst an die Hypothek, unter der insbesondere Second Life seit dem Ende des &#252;bertriebenen Hype zu leiden hat, der um die Plattform entfacht worden war. Eine Skepsis [...]]]></description>
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<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;"><img class="alignleft size-full wp-image-650" src="http://blog.jodeleit.de/wp-content/uploads/2009/04/yi3d.jpg" alt="Yi3d in " width="254" height="254" />Virtuelle Welten: Second Life, Twinity und zahlreiche andere 3D-Umgebungen sind bereits heute verf&#252;gbar. Allerdings haben sie mit einer ganzen Reihe von Problemen zu k&#228;mpfen. Als Medienmensch denke ich zun&#228;chst an die Hypothek, unter der insbesondere Second Life seit dem Ende des &#252;bertriebenen Hype zu leiden hat, der um die Plattform entfacht worden war. Eine Skepsis hat um sich gegriffen, die bis heute zur Folge hat, dass niemand mehr so recht an den Erfolg von 3D-Welten glauben m&#246;chte.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">Niemand bis auf die wirklichen Experten. Das wurde am 22. April 2009 klar: &#8220;Virtuelle Welten in der Praxis&#8221; &#8211; unter diesem Motto fand im Literaturhaus Stuttgart ein Event der MFG Baden-W&#252;rttemberg statt, bei dem es um den anstehenden Durchbruch von 3D-Welten und -Internet ging. Die Situation sei bei den Virtual Worlds heute so wie sie 1993 f&#252;r das World Wide Web ausgesehen habe: Skepsis auf dem H&#246;hepunkt, Marktreife kurz bevorstehend, absehbarer Durchbruch und sehr gro&#223;e Chancen. So umschrieb es sinngem&#228;&#223; Kai Ludwig vom auf 3D-Welten spezialisierten Unternehmen Talentraspel. Ludwig f&#252;hrte aus, dass die 3D-Branche sich mithilfe des Open-Source-Servers OpenSimulator aus der bisherigen gro&#223;en Abh&#228;ngigkeit von Second Life (Marktf&#252;hrer, aber propriet&#228;r und US-basiert) befreien k&#246;nne. OpenSimulator sei jetzt, Anfang 2009, reif f&#252;r Beta-Projekte. &#8220;Der Zug rollt an&#8221;, so Ludwig. Schon 2010 sei mit der Marktreife von 3D-Welten auf Basis von OpenSimulator zu rechnen. 3D-Welten k&#246;nnten dann zum Standardprodukt bei Webhostern werden: Organisationen k&#246;nnen bei den Hostern Kapazit&#228;ten f&#252;r ihre 3D-Applikationen anmieten wie heute Webspace. Dank eines zugrunde liegenden Secure Hyper Grid sei mittelfristig dann die &#252;bergreifende Verwendung von Avataren und Items m&#246;glich. Bekleidung, Aussehen und Eigentum eines Avatars aus der virtuellen Welt A lie&#223;en sich dann beim Login in die virtuelle Welt B eines anderen Anbieters problemlos nutzen. &#8220;Globales Single Sign On in virtuellen Welten, das wird in f&#252;nf Jahren kein Problem mehr sein&#8221;, so die Prognose von Kai Ludwig.</span></p>
<h3><strong><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">3D-Welten sollen keine besondere Client-Software mehr brauchen</span></strong></h3>
<p><span style="font-family: Verdana;">Dass OpenSimulator eine gro&#223;e Chance f&#252;r das 3D-Web darstellt, glaubt auch Dirk Wittkopp von IBM. Dreidimensionales Web brauche Standards, betonte er, nur dann k&#246;nne es abheben und erfolgreich werden. Dass de-facto-Standards geschaffen w&#252;rden und sich durchsetzen sei die eine M&#246;glichkeit. Klar wurde in diesem Zusammenhang: Second Life geht zwar angesichts seines heutigen Marktanteils ohne Zweifel als De-facto-Standard durch. Doch die Ebene passt nicht: Standard hei&#223;t, dass 3D-Welten ohne besondere Client-Software ausgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Wittkopp erkl&#228;rte, dass nicht zuletzt das komplizierte Einstiegsszenario in eine 3D-Welt das Problem sei. Client-Software installieren, dann irgendwo auf &#8220;Welcome Island&#8221; in der virtuellen Welt ankommen, sich orientieren &#8211; das ist vielen Nutzern zuviel.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">Realistisch sei aber, dass es k&#252;nftig an ganz vielen Stellen im Web Einstiegspunkte in virtuelle Welten gebe. Beispielsweise sei eine denkbare Anwendung, dass man sich auf der Website eines Autoherstellers ein Wunschmodell konfiguriere und dies dann nach simplem Mausklick in einer (am besten: in der WWW-&#228;hnlich universell kompatiblen) dreidimensionalen Welt probefahre. Ganz ohne langen Download eines Spezialclients. Auf die Frage aus dem Publikum, ob ein Standard f&#252;r 3D-Welten beispielsweise auch von einem Browseranbieter kommen k&#246;nne, bejahte Wittkopp. Klar, das sei auch m&#246;glich. Dennoch habe OpenSimulator sicherlich keine schlechten Chancen, sich als Standard durchzusetzen. Dirk Wittkopp war es auch, der anhand der Hypekurve von Gartner plausibel darlegte, warum 3D-Welten im Moment untersch&#228;tzt werden. Sie stecken im Tal der Tr&#228;nen nach dem Hype.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">Johannes Moskaliuk vom Institut f&#252;r Wissensmedien an der Uni T&#252;bingen hatte im ersten Vortrag des Abends erkl&#228;rt, warum 3D-Welten durchaus Immersion erm&#246;glichen. Schwerpunkt seines Vortrags war die Frage, wie sich nutzergenerierte virtuelle Online-Welten (gepaart mit Immersionspotenzial ist das f&#252;r Moskaliuk dann VR 2.0) als Wissensmedium einsetzen lassen. Daten und Informationen werden in diesen Welten erlebbar, und dies erleichtert das Lernen. Mehr und vor allem die Folien <a href="http://blog.moskaliuk.com/blogreihe-zum-thema-immersion-und-praesenz/" target="_blank"><span style="color: #800080;">direkt im Blog </span></a>von Johannes Moskaliuk. Ein weiterer Vortrag kam von Sebastian K&#252;pers [<a href="http://twitter.com/pixelsebi" target="_blank"><span style="color: #800080;">pixelsebi auf Twitter</span></a>], einem echten Pionier auf dem Gebiet der virtuellen Welten, der Mitte der Neunziger schon die ersten textbasierten Online-Welten via Modem nutzte und der ausf&#252;hrlich darauf einging, was bei den Unternehmensaktivit&#228;ten in Second Life im Rahmen des ersten 3D-Hype gr&#252;ndlich schief gegangen ist. Unter anderem habe sich Werbung in 3D-Welten nicht als Erfolgsrezept erwiesen, da die Nutzer dort prim&#228;r gern aus dem Alltag fliehen und gemeinsam Aktivit&#228;ten nachgehen w&#252;rden. &#8220;Eskapistische Unternehmungen&#8221;, wie K&#252;pers es schmunzelnd nannte. Erfolgversprechend seien also Angebote, die auf das gemeinsame Erlebnis aufbauen. Online-Shopping in virtuellen 3D-Umgebungen gemeinsam mit anderen Nutzern: ein aus K&#252;pers&#8217; Sicht erfolgsversprechendes Szenario &#8211; das an diesem Abend nicht nur einmal skizziert wurde.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">Ebenfalls interessant, vor allem f&#252;r mich pers&#246;nlich, da ich dort voraussichtlich am 6. Mai einen virtuellen Vortrag vor Studenten der Hochschule Heilbronn halten werde: der kurze &#220;berblick &#252;ber Twinity, der im Rahmen des Events von Michael Schumann, Second Interest AG, gegeben wurde. Besonderheit dieser virtuellen Welt: Sie wird nicht frei von den Einwohnern geschaffen wie etwa Second Life, sondern basiert auf der Digitalisierung realer St&#228;dte, in Deutschland macht Berlin den Anfang. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; color: black; font-family: Verdana;">Alles in allem eine &#228;u&#223;erst informative Veranstaltung, ich f&#252;hle mich endlich wieder komplett up to date, was die Entwicklung im 3D-Internet betrifft. Mehr zum Thema &#252;brigens im n&#228;chsten &#8220;do it!&#8221;-Magazin der MFG Baden-W&#252;rttemberg, das mich im Moment beruflich recht intensiv besch&#228;ftigt.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: Verdana;"><span style="color: #888888;">[Foto im Beitrag und Teaserfoto zum Beitrag auf der Startseite: youin3d.com]</span></span></p>
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