Da sind sie: die neuen Unternehmensprofile bei Xing. Heute Früh nach dem obligatorischen Xing-Login fand ich die Funktion rechts oben in der Hauptnavigation, gleich neben “Best Offers”. Mein Kollege @martinkur indessen hat ebenfalls einen Premium-Account bei Xing und findet die Funktion zur Stunde noch nicht in seinem Xing-Menü. Update: Soeben (10.03) erhalte ich eine Mail von Xing, aus der hervorgeht, dass ich Zugriff auf die Funktion habe, weil ich mich vor einiger Zeit als Betatester für neue Funktionen gemeldet habe (“Xing Forschungspanel” heißt das bei den Hamburgern). In der Mail heißt es: “Als Mitglied des XING Forschungspanels laden wir Sie heute ein, unser neu entwickeltes Produkt, die XING Unternehmensprofile vorab zu testen. Ab sofort werden Sie in Ihrer XING Navigation unter dem neuen Menüpunkt “Unternehmen” die Möglichkeit haben, schnell und einfach nach Unternehmen zu suchen, Statistiken der Mitarbeiter einzusehen und den passenden Ansprechpartner zu finden. Um die Unternehmensprofile für Sie noch wertvoller zu gestalten, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns bei deren Weiterentwicklung aktiv unterstützen und uns Ihre Ideen oder Anregungen zur Verbesserung mitteilen.”
Spontan ergeben sich für mich eine ganze Reihe von Anregungen, Verbesserungsvorschlägen und Fragen. Offensichtlich werden die Unternehmensprofile automatisch aus den Profildaten der Mitglieder generiert. Gerade für kleine Unternehmen wie Sympra (wo ich arbeite) ergibt sich hier durchaus ein verzerrtes Bild. Neun von 18 Mitarbeitern sind bei Xing registriert – daraus errechnet das Social Network nun automatisch das durchschnittliche Alter, die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit sowie Einiges mehr. Ich frage mich, ob dies zielführend und den Unternehmen gegenüber fair ist. Interessant auch die Frage, was passiert, wenn ein Mitarbeiter einer kleinen Firma als erster ein persönliches Xing-Profil eingibt. Stehen dann dessen Informationen für das ganze Unternehmen? Die Funktionsweise basiert offensichtlich auf dieser Denke, denn bei Sympra werden beispielsweise die Schlagworte aus “Ich biete”, die einzelne Mitarbeiter verwenden, automatisch zusammengefasst – zu “Mitarbeiter dieser Firma bieten”, das sind bei Sympra zum Glück nur positive Dinge wie: “Design, Moderation, Offenheit, Redaktion, Vorträge, Promotion, Architektur, Pressearbeit, technisches Verständnis, Kommunikationsberatung, Empathie, strategisches Denken, TK, Medienarbeit, Medientraining”.
Spontan habe ich einige Bedenken und könnte mir vorstellen, dass Xing hier zurückrudern muss. So sicher scheint man sich der eigenen Sache nicht zu sein: Denn von der neuen Funktion aus wird in ein Feedback-Forum mit Voting-Funktion verlinkt, in dem die Nutzer Änderungswünsche anbringen könnten. Jeder darf dabei offensichtlich bis zu zehn “Stimmen” abgeben. Im Moment ganz oben auf der Wunschliste unter anderem: Das Firmenlogo soll angebracht werden können, verschiedene Schreibweisen ein und derselben Firma sollen zu einem Profil zusammengefasst werden können, ein Firmen-Administrator soll die Möglichkeit erhalten, die Daten der eigenen Firma zu überarbeiten. Alles Punkte, die ich unterschreiben könnte.
Fragt sich nun wirklich: Warum lässt Xing diese wenig ausgereifte und durchdachte Funktion auf die Unternehmen los? Und war wirklich Schwarmintelligenz der Nutzerschaft nötig, um das Ganze – nun leider nachträglich – zur Marktreife zu bringen? Einmal mehr bin ich etwas erstaunt über Xing, die Schnellschüsse häufen sich in jüngster Zeit. Auch wenn die Tatsache, dass es sich um eine nur begrenzt öffentliche Beta handelt, das Ganze etwas abmildert – aus meiner Sicht handelt es sich hier um eine klassische beim Kunden reifende Banane.
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