Eigentlich sollte es nur ein Facebook-Kommentar werden. Aber dann dachte ich mir: Moment mal, das hat eine gewisse Signifikanz.
Kollege Mirko Lange ist wohl auf irgendeiner Konferenz, Hashtag #ffv8, für die ich keine Zeit habe. Das ist prinzipiell mal kein Problem. Oder wenn: dann meins. Überhaupt bin ich aktuell viel zu selten bei Twitter unterwegs, und ich vernachlässige auch meine Web-2.0-Kontakte. Vielleicht nehme ich genau deshalb die Perspektive eines Außenstehenden ein, wenn er schreibt/zitiert:
“Wenn ich die richtige Kultur habe, ist erfolgreiche SoMe eine zwingende Konsequenz. Wenn nicht, ist SoMe harte Arbeit #ffv8″
Thomas Pleil hat es geretweetet, und das wiederum habe ich in dessen Facebook-Feed gefunden. Und nur deshalb, denn gesucht nach solchen Inhalten habe ich nicht. Und mir, weil unfreiwillig gefunden, dann gedacht: Diese Social-Media-Thesen mag ich langsam nicht mehr hören. Liebe Kollegen, egal ob Praktiker oder Kommunikationsprofessoren, die Ihr nicht mal mehr Zeit habt, Social Media auszuschreiben (“SoMe” oder gar “SM”): Wir sollten zurück auf den Boden der Tatsachen kommen. Uns nicht so wichtig nehmen.
Ich mache im Moment die Erfahrung, dass “Social Media” – gemeint ist eigentlich schlicht “das Internet” – die Kultur, die Gesellschaft, ändert. Das ist mehr als wir zu hoffen wagten. Denn das Web beeinflusst die Öffentlichkeit. Das hat Folgen für die Öffentlichkeitsarbeit (!). Sie muss sich anpassen. Das heißt: Wir müssen uns anpassen. Wir PRler.
Das ist mehr als wir zu hoffen wagten, aber auch weniger, als viele von uns “Social-Media-Experten” glauben. Denn die Reihenfolge lautet nicht “Social Media -> PR -> Gesellschaft”, sondern “Gesellschaft -> Internet -> Unternehmen -> PR”.
Wir sollten bescheidener werden.
Der Grad an Sensibilisierung hat in den Unternehmen in den vergangenen Monaten enorm zugenommen. Das Internet ist in der Gesellschaft angekommen. Mehr übrigens als Social Media in der PR-Branche angekommen sind.
Das war’s eigentlich schon. (Vielleicht hätte ein Facebook-Kommentar auch gereicht.)

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