Social Media
Warum Buzz rockt
Google Buzz fasziniert. Google Buzz irritiert. Die üblichen Verdächtigen, die Early Adopters in der und rund um die deutsche Medien-, Internet- und Kreativszene sind auf den Zug aufgesprungen, stöhnen über einen weiteren Inputkanal, den es zu pflegen gilt. Schon bekennen erste Verweigerer freimütig den Buzz-Ausstieg. Ist ja auch eine Ansage. Wenn man schon einmal etwas dazu sagen möchte. So abschließend.
Soweit, so gut. Der übliche Hype, das übliche Bashing, wenn eine neue Plattform im Social Web an den Start geht. Doch in mir regt sich das Gefühl, dass wir, die Informierten, die das Web wie ihre Westentasche kennen und Unternehmen auf ihrem Weg in und durch selbiges beraten, diesmal vielleicht daneben liegen. Ich glaube, wir haben Buzz noch nicht verstanden.
Ich glaube nicht, dass Buzz ein Angriff auf Twitter ist. Buzz ist kein Angriff auf Twitter. Und kein Angriff auf Facebook. Buzz könnte mittelfristig das niederschwelligste aller Social Networks werden. You know what I mean by – “niederschwellig”? Xing: fürs Business. Schwelle zur Kontaktaufnahme eher hoch, für anständige Menschen zumindest. Facebook: auch, und für Privates. Twitter: nehmen viele Menschen fälschlicherweise nur als Microblogging-Plattform wahr, dabei ist es – wie die Blogosphäre ebenfalls – auch ein Social Network. Nur eben ein niederschwelliges. Schwelle zur Kontaktaufnahme durch Verfolgen Anderer: nicht vorhanden, Limit ist lediglich das eigene Interesse an den Statusupdates der anderen Person. Folgen, entfolgen, das geht noch leichter von der Hand als Frienden und De-Frienden. Ganz zu schweigen von Xingen und, faux pas, De-Xingen. Dennoch: Twitter ist ein Social Network. Ein niederschwelliges. Eins mit schwachen Bindungen. Gerade das ist Twitters Erfolgsrezept. Und wie wir alle wissen, bringen uns oft gerade die schwachen Bindungen ganz unverhofft im Leben massiv weiter. Nicht unsere Frau oder Freundin verschafft uns Auftrag. Es ist der Mensch, den wir um drei Ecken kennen. Oder von Twitter.
Noch niederschwelliger als Twitter ist Buzz. Es rockt. Google nimmt uns hier tendenziell die Entscheidung ab, wem wir folgen. Schlägt uns wie Google Reader laufend neue Informationsquellen vor. Ich lass’ mir das gern gefallen. Autofollowing als Key-Feature, faszinierend. Buzz ist ein Social Network, das extrem niederschwellig, flüchtig und völlig im Fluss ist. Es lebt von den Daten in unserem GMail-Account, künftig vielleicht noch mehr als schon heute vom Social Graph.
Und es lebt von Location! Nicht die Tatsache, dass Buzz mobil funktioniert, sondern wie es mobil funktioniert, ist das Erfrischende. Und wir stehen ja erst ganz am Anfang. Toll! Ich gebe frei heraus zu, dass mich das leicht euphorisiert: Unterhaltsam, am iPhone in Form von Sprechblasen in Google Maps zu sehen, was in meiner Stadt heute gebuzzt wurde. Und sehr vielversprechend vor allem die Tatsache, dass ich, befinde ich mich an einem Ort, aufgefordert werde, hier an Ort und Stelle zu buzzen, sprich: Meine Meinung zu diesem Ort zu formulieren. Nein, nicht stumpfes “Einchecken” um Punkte zu sammeln. Los, sag was! Diesen Appell wird Google künftig nicht nur dem elitären Kreis der Hypervernetzten entgegenwerfen. Nein, auch ganz normale Konsumenten könnten sich bald damit konfrontiert sehen. Leute, die vielleicht gar keinen Wert darauf legen, mit unsereinem via Twitter und Facebook über das Neueste aus der Netzpolitik zu diskutieren. Normalos, die Google schlicht und ergreifend anvertrauen, ob’s g’schmeckt hat in dem Restaurant. Digitale Reputation von Orten, ich verwende den leicht gestelzten Fachbegriff nicht wirklich gern. Doch dahinter steckt nichts Anderes. Mit Google Buzz kommt User Generated Stuff nun hoffentlich endgültig auf die digitale Landkarte und damit in unseren Alltag. Wird mir Google Maps in zwei Jahren sagen, wo ich heute zu meinen Präferenzen passende Unterhaltung finde, wohin ich ausgehen sollte, wo sich viele Menschen mit ähnlichen Interessen tummeln, die ich vielleicht weder persönlich noch online kenne, an deren Footprint ich mich aber dennoch orientieren kann? Ich glaube ja. Und ich find’s gut.
Das ist meines Erachtens der wahre Kern von Buzz – noch niederschwelligeres Social Networking aus Basis von Semantik und Geoinformationen, der Durchbruch von geobasiertem Microblogging, von geobasierten Nutzerrezensionen und von Location Based Marketing und PR. Ich finde das wahnsinnig aufregend, und ich finde das gut. Das ist Location Based Buzz. Hat Zukunft. Wetten wir?

So viel zu sagen - und das überall! Foto: pixx | photocase.com
Google Buzz fasziniert. Google Buzz irritiert. Die üblichen Verdächtigen, die Early Adopters in der und rund um die deutsche Medien-, Internet- und Kreativszene sind auf den Zug aufgesprungen, stöhnen über einen weiteren Inputkanal, den es zu pflegen gilt. Schon bekennen erste Verweigerer den Buzz-Ausstieg. Ist ja auch eine Ansage.
Soweit, so gut. Der übliche Hype, das übliche Bashing, wenn eine neue Plattform im Social Web an den Start geht. Doch haben wir die neue Plattform überhaupt schon verstanden?
Ich glaube nicht, dass Buzz ein Angriff auf Twitter ist. Buzz ist kein Angriff auf Twitter. Und kein Angriff auf Facebook. Buzz könnte mittelfristig das niederschwelligste aller Social Networks werden. You know what I mean by – “niederschwellig”? Xing: fürs Business. Schwelle zur Kontaktaufnahme eher hoch, für anständige Menschen zumindest. Facebook: auch, und für Privates. Twitter: nehmen viele Menschen fälschlicherweise nur als Microblogging-Plattform wahr, dabei ist es – wie die Blogosphäre ebenfalls – auch ein Social Network. Nur eben ein niederschwelliges. Schwelle zur Kontaktaufnahme durch Verfolgen Anderer: nicht vorhanden, Limit ist lediglich das eigene Interesse an den Statusupdates der anderen Person. Folgen, entfolgen, das geht noch leichter von der Hand als Frienden und De-Frienden. Ganz zu schweigen von Xingen und, faux pas, De-Xingen. Dennoch: Twitter ist ein Social Network. Ein niederschwelliges. Eins mit schwachen Bindungen. Gerade das ist Twitters Erfolgsrezept. Und wie wir alle wissen, bringen uns oft gerade die schwachen Bindungen ganz unverhofft im Leben massiv weiter. Wer verschafft uns plötzlich einen Auftrag, einen Auftritt, eine Gelegenheit? Es ist der Mensch, den wir um drei Ecken kennen. Oder von Twitter.
Noch niederschwelliger als Twitter ist Buzz. Es rockt. Google nimmt uns hier tendenziell die Entscheidung ab, wem wir folgen. Schlägt uns wie Google Reader laufend neue Informationsquellen vor. Ich lass’ mir das gern gefallen. Autofollowing als Key-Feature, faszinierend. Buzz ist ein Social Network, das extrem niederschwellig, flüchtig und völlig im Fluss ist. Es lebt von den Daten in unserem GMail-Account, künftig vielleicht noch mehr als schon heute vom Social Graph.

Location Based Microblogging bei Google Buzz
Und es lebt von Location! Nicht die Tatsache, dass Buzz mobil funktioniert, sondern wie es mobil funktioniert, ist das Erfrischende. Und wir stehen ja erst ganz am Anfang. Toll! Unterhaltsam, am iPhone in Form von Sprechblasen in Google Maps zu sehen, was in meiner Stadt heute gebuzzt wurde. Und bald auch nützlich. Denn sehr vielversprechend ist die Tatsache, dass ich, befinde ich mich an einem Ort, aufgefordert werde, hier an Ort und Stelle zu buzzen, sprich: Meine Meinung zu diesem Ort zu formulieren. Nein, nicht stumpfes “Einchecken” um Punkte zu sammeln. “Los, sag was!” Diesen Appell wird Google künftig nicht nur dem elitären Kreis der Hypervernetzten entgegenwerfen. Nein, auch ganz normale Konsumenten könnten sich bald damit konfrontiert sehen. Unterwegs. Dort, wo die Betroffenheit entsteht. Leute, die vielleicht gar keinen Wert darauf legen, mit unsereinem via Twitter und Facebook über das Neueste aus der Netzpolitik zu diskutieren. Normalos, die Google schlicht und ergreifend anvertrauen, ob’s g’schmeckt hat in dem Restaurant. Digitale Reputation von Orten, ich verwende den leicht gestelzten Fachbegriff nicht wirklich gern. Doch dahinter steckt nichts Anderes. Mit Google Buzz kommt User Generated Stuff nun hoffentlich endgültig auf die digitale Landkarte und damit in unseren Alltag. Wird mir Google Maps in zwei Jahren sagen, wo ich heute zu meinen Präferenzen passende Unterhaltung finde, wohin ich ausgehen sollte, wo sich viele Menschen mit ähnlichen Interessen tummeln, die ich vielleicht weder persönlich noch online kenne, an deren Footprint ich mich aber dennoch orientieren kann? Ich glaube ja. Und ich find’s gut.
Das ist meines Erachtens der wahre Kern von Buzz – noch niederschwelligeres Social Networking auf Basis von Semantik und Geoinformationen, der Durchbruch von geobasiertem Microblogging, von geobasierten Nutzerrezensionen und von Location Based Marketing und PR. Ich finde das wahnsinnig aufregend, und ich finde das gut. Das ist Location Based Buzz. Hat Zukunft. Wetten wir?
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